| Tagebuch von Emilie | Einträge: 1 |
01.05.2010 um 15:54 Uhr | Eintrag bei: Emilie (Katze)
Von meinem bisherigen Leben bis heute
Ich wurde 2007 geboren.
Ich wurde dann noch viel zu früh von meiner Mutter weggenommen und kam in eine Familie, denen ich anscheinend ziemlich egal war. Diese Familie ist im März letzten Jahres ausgewandert – in das Land, das jetzt eine Staatspleite hat woran das wohl liegt…?
Die Leute haben mich einfach zurückgelassen. Ich musste draußen herumstreunen und versuchen, mein Futter selbst zu finden. Nachbarn haben mir immer wieder mal etwas zu fressen gegeben, aber mehr wurde mir leider nicht geholfen. Während dieser Zeit – wahrscheinlicher noch bei der Familie – wurde ich von einem Auto angefahren, mit dem Ergebnis, dass mein Becken gebrochen war. Die Verletzung wurde nicht versorgt, der Bruch musste von selbst heilen. Außerdem wurde wahrscheinlich bei diesem Unfall ein Wirbel verletzt, an diesem Wirbel habe ich nun eine Arthrose.
Im Juni letzten Jahres wurde mein Zustand richtig schlecht, ich war krank, heruntergekommen und apathisch. Endlich haben die Nachbarn die Tierhilfe gerufen, ich wurde abgeholt und in eine super liebe und nette Pflegestelle gebracht, wo ich gesund gepflegt wurde. Außerdem bekam ich endlich tierärztliche Hilfe, es kam heraus, dass mein Beckenbruch richtig gut verheilt ist, und für die Arthrose bekomme ich Medikamente und werde weiterhin vom Tierarzt versorgt.
Mir ging es mit der Zeit immer besser, bis ich soweit war, ein neues Zuhause zu bekommen. Aber niemand wollte mich haben. Es hat leider so viele Leute abgeschreckt. Wer will schon eine Katze die einen Beckenbruch hatte oder der man jeden Tag ein Medikament geben muss…?
Bis mich mein neues Frauchen auf der Internetseite der Tierhilfe entdeckt hat. Sie war hingerissen von mir, sie hat mich bei ihrem ersten Besuch in all meiner liebenswürdigen Zickigkeit erlebt, aber sie hat mich trotzdem gleich mitgenommen. Seitdem habe ich ein Zuhause ganz für mich allein mit all seinen Vorzügen. Dort bleibe ich nun für immer. Ich fühle mich wohl und mache das was „gesunde“ Katzen auch machen.
Es ist wirklich nichts dabei, eine angeblich kranke Katze bei sich aufzunehmen. Frauchen und Herrchen bereuen es keine Sekunde.
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